Datenvalidierung

Um die Zuverlässigkeit der für die externe Qualitätssicherung übermittelten Daten zu gewährleisten, werden diese auf Vollzähligkeit, Vollständigkeit und Richtigkeit im Rahmen des Datenvalidierungsverfahrens überprüft. Die Ergebnisse werden dazu genutzt, Verbesserungen in den Dokumentationsprozessen anzuregen und die Aussagekraft der Qualitätsindikatoren zu untermauern. Das Verfahren zur Validierung der für die externe Qualitätssicherung erhobenen Daten ist wie der Strukturierte Dialog ein Kernelement der externen Qualitätssicherung.

QSKH-RL

Das Datenvalidierungsverfahren nach QSKH-RL besteht aus den drei Elementen:

  1. Statistische Basisprüfung (Vollzähligkeits-, Vollständigkeits- und Plausibilitätsprüfung), 
  2. gezielter Datenabgleich, in dem die Übereinstimmung der Qualitätssicherungsdokumentation mit der Patientenakte wegen konkreter Anhaltspunkte auf Dokumentationsmängel überprüft wird und 
  3. dem Stichprobenverfahren mit Datenabgleich, in dem die Übereinstimmung der Qualitätssicherungsdokumentation mit der Patientenakte überprüft wird.

Statistische Basisprüfung mit Strukturiertem Dialog

Bei der Statistischen Basisprüfung erfolgt eine Analyse nach vorab in der Spezifikation festgelegten Auffälligkeitskriterien, die auf eine fehlerhafte Dokumentation hinweisen können. Die Datenbasis hierfür sind die in den Jahresauswertungen berücksichtigten Datensätze (ohne Minimaldatensätze) pro Leistungsbereich. Für Krankenhäuser mit rechnerischen Auffälligkeiten wird ein Strukturierter Dialog zur Datenvalidität eingeleitet. Im Rahmen dieses Strukturierten Dialogs soll geklärt werden, ob der Grund für die rechnerische Auffälligkeit tatsächlich eine fehlerhafte Dokumentation ist. Bei Bedarf werden Maßnahmen zur Optimierung der Dokumentationsqualität vereinbart.

Gezielter Datenabgleich

Der gezielte Datenabgleich wird bei Krankenhausstandorten durchgeführt, die bezüglich ihrer Dokumentationsqualität eine oder mehrere der folgenden Auffälligkeiten aufweisen:

  • wenn bei einem Krankenhausstandort im Vorjahr im Datenabgleich Dokumentationsfehler in besonderer Häufigkeit oder Relevanz festgestellt wurden,
  • bei wiederholten rechnerischen Auffälligkeiten in der Statistischen Basisprüfung oder
  • bei festgestellter Nicht-Dokumentation eines Sentinel Events im Vorjahr.

Stichprobenverfahren mit Datenabgleich

Das Stichprobenverfahren mit Datenabgleich ist in der Regel bei drei Leistungsbereichen für ausgewählte Datenfelder durchzuführen. Die drei Leistungsbereiche werden jährlich nach Vorschlag vom IQTIG durch den G-BA Unterauschuss Qualitätssicherung festgelegt und veröffentlicht. Das Ziel des Stichprobenverfahrens besteht darin, quantitative Aussagen bezüglich der Dokumentationsqualität zu treffen. Dazu wird eine Zufallsstichprobe an Behandlungsfällen gezogen, für die eine Zweiterfassung für ausgewählte Datenfelder der QS-Dokumentation anhand der Patientenakte erfolgt. Anschließend werden die Daten aus der Zweiterfassung mit den Daten der QS-Dokumentation abgeglichen. Sollten sich Auffälligkeiten in der Dokumentation zeigen, d. h. starke Abweichungen zwischen Patientenakte und QS-Dokumentation, kann ebenfalls ein Strukturierter Dialog eingeleitet werden.

plan.QI-RL

Für planungsrelevante Qualitätsindikatoren besteht das Datenvalidierungsverfahren in jedem Jahr aus einem Aktenabgleich und einem Verfahren zur möglichen Korrektur der Dokumentation.

Das Datenvalidierungsverfahren wird durchgeführt bei Krankenhäusern,

  1. die statistische Auffälligkeiten in mindestens einem planungsrelevanten Qualitätsindikator aufweisen,
  2. die im jeweiligen Vorjahr eine statistische Auffälligkeit aufgewiesen haben,
  3. aus einer Stichprobe,
  4. sowie mindestens aus einer Stichprobe von Krankenhäusern, die Daten nachgeliefert haben.

Im Rahmen der Datenvalidierung werden Behandlungsfälle gezogen, für die eine Zweiterfassung für ausgewählte Datenfelder der QS-Dokumentation anhand der Patientenakte erfolgt. Anschließend werden die Daten aus der Zweiterfassung mit den Daten der QS-Dokumentation abgeglichen. Der Prüfbericht sowie die geprüften und gegebenenfalls korrigierten Daten zur Neuberechnung werden den Krankenhäusern und dem IQTIG durch die prüfende Stelle (BAQ in Bayern) unverzüglich zur Verfügung gestellt.

Neuberechnungen

Sollte die Datenvalidierung ergeben, dass noch Korrekturen an den Daten erforderlich sind, führt das IQTIG auf Grundlage der geprüften Daten vom 1. Juni bis zum 30. Juni des dem Erfassungsjahr folgenden Jahres Neuberechnungen durch. Das IQTIG ermittelt, ob das Krankenhaus unter Berücksichtigung der ggf. korrigierten Prüfergebnisse erstmals oder weiterhin eine statistische Auffälligkeit aufweist. Das Institut nach § 137a SGB V teilt den Krankenhäusern, den auf Landesebene beauftragten Stellen (BAQ) und dem G-BA das Ergebnis der Neuberechnung mit.

 

Ansprechpartner

Mario Callies
Telefon: 089 211590-14
E-Mail: daten-support@baq-bayern.de