Auswertungen

Die Verantwortlichkeiten für die Auswertung von QS-Dokumentationen und die Fristen für die Bereitstellung von Auswertungen und Bescheinigungen unterscheiden sich in den einzelnen Richtlinien. Die folgende Tabelle stellt die Unterschiede im Überblick dar.

Fristen Auswertungen-Bescheinigungen

Detailliertere Informationen werden im Folgenden pro Richtlinie dargestellt.

Richtlinie über Maßnahmen der Qualitätssicherung in Krankenhäusern (QSKH-RL)

Die Landesgeschäftsstellen erstellen den Krankenhäusern standortbezogen aus den übermittelten und plausibilitätsgeprüften Datensätzen eine Fallzahlbescheinigung und die Jahresauswertung pro Leistungsbereich. Für Leistungsbereiche, die gemäß Spezifikation von der Landesgeschäftsstelle BAQ und nicht vom Bundesinstitut IQTIG ausgewertet werden, erhalten Leistungserbringer zusätzlich unterjährige Fallzahlübersichten und Auswertungen.

Fallzahlbescheinigung:

Die Fallzahlbescheinigung für das aktuelle Erhebungsjahr wird bis spätestens 15.04. des Folgejahres erstellt. Die Bescheinigung enthält eine Gegenüberstellung der vom Krankenhaus im Rahmen der Soll-Statistik übermittelten Fallzahl der dokumentationspflichtigen Fälle pro Leistungsbereich mit den tatsächlich an die Datenannahmestellen übermittelten und plausiblen Datensätzen (Datenerhebung).

Bei den QS-Verfahren der QSKH-RL können bei einer Unterdokumentation von dokumentationspflichtigen Fällen (im Rahmen der Budgetverhandlungen) Sanktionierungen erfolgen. Weist die Fallzahlbescheinigung eine Dokumentationsrate von unter 100 % aus und es liegt ein Unverschulden vor, so kann dies ggf. geltend gemacht werden. Kliniken können eine Stellungnahme zum Unverschulden bei indirekten QS-Verfahren (Module 09/1, 09/2, 09/3, 09/4, 09/5, 09/6, 10/2, 15/1, 16/1, 17/1, 18/1, DEK, HEP, KEP, NEO, PNEU) an die BAQ bis zum 31.05. senden. Für die direkten QS-Verfahren muss diese Stellungnahme bis zum 31.05. an das IQTIG erfolgen. Die Stellungnahme muss das Institutionskennzeichen, den Standort, den Leistungsbereich und ggf. aufschlussreiche Dokumente enthalten. Die Stellungnahme sowie eine Einschätzung der BAQ bzw. des IQTIG können anschließend in den Budgetverhandlungen vorgelegt werden.

Jahresauswertung:

Die Krankenhäuser erhalten bis spätestens 15.06. des auf das Erhebungsjahr folgenden Jahres die endgültigen Jahresauswertungen. Die Auswertungen beruhen auf den bis zum 28.02. eingesendeten und als plausibel bescheinigten Datensätzen. Die Auswertungen enthalten die Ergebnisse der bundeseinheitlichen Qualitätskennzahlen, welche nach den bundeseinheitlichen Rechenregeln und Referenzwerten berechnet werden. Die Rechenregeln und Referenzwerte werden im Rahmen der Ergebnisdarstellung innerhalb der Jahresauswertung kurz erläutert. Eine Ausführliche Darstellung der Rechenregeln und Hintergründe sind auf der Homepage des IQTIG einsehbar. Die Veröffentlich der Rechenregeln erfolgt derzeit bis 30.04. des auf das Erhebungsjahr folgenden Jahres.

Die Jahresauswertungen enthalten eine komprimierte Übersicht aller Qualitätsindikatoren, eine detaillierte Einzeldarstellung der Indikatoren sowie einen umfangreichen, tabellarischen Teil mit Ausprägungen aller erhobenen Datenfelder (Basisstatistik).

Unterjährige Fallzahlübersichten und Auswertungen:

Die Krankenhäuser erhalten von der BAQ unterjährige Fallzahlübersichten und unterjährige Auswertungen je Leistungsbereich. Dies gilt für alle Verfahren, bei denen die BAQ für die Datenauswertung verantwortlich ist. Die Aktualisierung erfolgt wöchentlich, immer montags. Datengrundlage sind die bis zum Vortag eingesendeten und als plausibel bescheinigten Datensätze des aktuellen Auswertungsjahresjahres. Die unterjährigen Auswertungen beruhen aktuell (Erfassungsjahr 2019) auf den Rechenregeln und Referenzwerten des Vorjahres und haben daher rein informativen Charakter. Eine Umstellung auf die bundeseinheitlichen Rechenregeln und Referenzwerte des aktuellen Jahres erfolgt mit deren Veröffentlichung bis spätestens 30.04. des Folgejahres. Zwischen dem 01.01. und 28.02. erfolgt eine tägliche Aktualisierung der unterjährigen Fallzahlübersichten. Die letzte unterjährige Auswertung wird am letzten Montag im Februar erstellt.

Für das Erfassungsjahr 2020 werden erstmals prospektive Rechenregeln durch das IQTIG veröffentlicht und von der BAQ für die unterjährigen Auswertungen verwendet.

Es wird empfohlen, die unterjährigen Auswertungen frühzeitig und regelmäßig zu lesen. Dadurch lassen sich Abweichungen der Klinikwerte von den Referenzwerten zeitnah erkennen und entsprechende Maßnahmen initiieren.

Richtlinie zu planungsrelevanten Qualitätsindikatoren (plan.QI-RL)

Für Verfahren nach plan.QI-Richtlinie erstellt das IQTIG als auswertende Stelle Zwischenberichte in Form von rollierenden Quartalsauswertungen und die Jahresauswertungen (zum 1.7., 1.10., 15.1. und 15.03/15.4.). Diese Auswertungen weisen rechnerische Auffälligkeiten in den plan-QI Indikatoren aus und informieren über rechnerisch sowie statistische Auffälligkeiten.

Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL)

Die Auswertungen zu Verfahren nach der DeQS-RL übernimmt einheitlich das IQTIG.

Für die Datenauswertung und Bereitstellung von (Zwischen-)Berichten im Rahmen der DeQS-RL ist bundeseinheitlich das IQTIG verantwortlich. Die Jahresauswertungen werden zum 30.06. des auf das Erhebungsjahr folgenden Jahres veröffentlicht. Die angestrebten Termine für die Bereitstellung von Quartalsauswertungen sind aktuell sehr heterogen. Zwischenberichte werden aktuell nur für das QS-Verfahren PCI erstellt. Die offiziellen Fristen können in der DeQS-RL unter den jeweiligen themenspezifischen Bestimmungen nachgelesen werden.

Landesverfahren

Fallzahlübersichten, unterjährige Auswertungen und Jahresauswertungen werden von der BAQ analog zu den Verfahren nach QSKH-RL erstellt. Die Dokumente werden regelmäßig aktualisiert und im BAQ-Onlineportal zum Abruf bereitgestellt.

Ansprechpartner

Mario Callies
Telefon: 089 211590-14
E-Mail: daten-support@baq-bayern.de