Ambulant erworbene Pneumonie

Dokumentationspflichtig sind alle Patienten ab einem Alter von 18 Jahren mit Lungenentzündungen, die außerhalb des Krankenhauses erworben und im Krankenhaus behandelt wurden. Ausgeschlossen werden dabei durch Vorerkrankungen immunsupprimierte Patienten.
Bei der Erhebung werden unterschiedliche klinische Parameter abgefragt, unter anderem Kriterien zur Schweregradbestimmung (z.B. für den CRB-65 Risiko-Score). Diese werden für viele Indikatoren zur Risikostratifizierung verwendet. Neben den Ergebnisindikatoren zur Sterblichkeit und zur Erfüllung klinischer Stabilitätskriterien bis zur Entlassung legt der Leistungsbereich Ambulant erworbene Pneumonie seinen Fokus auf die rechtzeitige und kontinuierliche Durchführung von notwendigen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen. Diese Prozessindikatoren orientieren sich eng an der bestehenden S3- Leitlinie der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie, der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie, der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie sowie von dem Kompetenzwerk CAPNETZ zur Therapie der ambulant erworbenen Pneumonie.

Bundesauswertungen/Indikatorenbeschreibungen

Auf der Homepage des IQTIG finden Sie die aktuellen Bundesauswertung für alle bundesweiten Krankenhäuser und eine ausführliche Indikatorenbeschreibung.

Umgang mit COVID-19 Fällen im QS-Verfahren

Prinzipiell wird die Manifestation der Erkrankung, z.B. als Pneumonie (z.B. J12.8) und zusätzlich der Zusatzcode U07.1! oder U07.2! kodiert, wenn eine COVID-19-Infektion vorliegt. Ausführliche Informationen zu diesen Zusatzcodes und weiteren Kodes, die in bestimmten Fallkonstellationen unter Berücksichtigung der Falldefinition des Robert Koch-Instituts vom 24.03.2020 zu verwenden sind, finden Sie in einer tabellarischen Aufstellung des DIMDI

Im QS-Verfahren „Ambulant erworbene Pneumonie“ gelten unverändert die in der Spezifikation zum QS-Filter festgelegten Einschluss- und Ausschlussdiagnosen für das Erfassungsjahr 2020

Wie in den Vorjahren werden auch durch Viren verursachte Pneumonien (z.B. J12.8) eindeutig als Einschlussdiagnosen gelistet, sodass die Dokumentationsverpflichtung gemäß QS-Filter unter Beachtung der dort beschriebenen Ausschlusskriterien klar festgelegt ist.

Inwiefern Covid-19-Infektionen später bei der Berechnung von Qualitätsindikatoren Berücksichtigung finden, bleibt abzuwarten bis die endgültigen Rechenregeln des IQTIG für das Erfassungsjahr 2020 veröffentlicht werden.

Bezüglich der Datenlieferfristen und Sanktionen bei Unterschreitung der Dokumentationsrate möchten wir auf unsere Infomail 11/2020 vom 30.03.2020 zu den Beschlüssen des G-BA über Änderungen der Richtlinien zur Qualitätssicherung anlässlich der COVID-19 Krise verweisen.

Bei Fragen zum QS-Verfahren Ambulant erworbene Pneumonie wenden Sie sich bitte an unser E-Mail Postfach Pneumonie

Ansprechpartnerin

Jana Held, MPH 
Telefon: 089 211590-25
E-Mail: Pneumonie@baq-bayern.de

Datenerhebung 2020