Ambulant erworbene Pneumonie

Überblick

Dokumentationspflichtig sind alle Patientinnen und Patienten ab einem Alter von 18 Jahren mit Lungenentzündungen, die außerhalb des Krankenhauses erworben und im Krankenhaus behandelt wurden. Ausgeschlossen werden dabei durch Vorerkrankungen immunsupprimierte Patienten.

Bei der Erhebung werden unterschiedliche klinische Parameter abgefragt, unter anderem Kriterien zur Schweregradbestimmung (z.B. für den CRB-65 Risiko-Score). Neben den Ergebnisindikatoren zur Sterblichkeit und zur Erfüllung klinischer Stabilitätskriterien bis zur Entlassung legt das QS-Verfahren Ambulant erworbene Pneumonie seinen Fokus auf die rechtzeitige und kontinuierliche Durchführung von notwendigen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen. Diese Prozessindikatoren orientieren sich eng an der bestehenden S3-Leitlinie der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie, der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie, der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie sowie von dem Kompetenzwerk CAPNETZ zur Therapie der ambulant erworbenen Pneumonie.

Aktueller Hinweis

1. Umgang mit Patientinnen und Patienten mit Covid-19-Infektion im Rahmen des QS-Verfahrens „Ambulant erworbene Pneumonie“:

Wie in den Vorjahren werden auch durch Viren verursachte Pneumonien (z.B. J12.8) eindeutig als Einschlussdiagnosen für das Verfahren gelistet, sodass auch ambulant erworbene SARS-CoV-2-Pneumonien eine Dokumentationspflicht auslösen können. Nach Beratungen des IQTIG mit Bundesfachgruppe und G-BA erscheint eine vollzählige Datenerhebung für diese Erkrankung geboten, um die epidemiologischen Daten und klinischen Verläufe möglichst vollständig zu erfassen. Der Bogen „Ambulant erworbene Pneumonie“ ist dazu weiterhin geeignet. Bitte achten Sie darauf, dass bei COVID-19-Fällen im Feld „Entlassdiagnosen“ stets die Sekundärcodes U07.1! oder U07.2! dokumentiert werden, so dass diese Fälle in der Berechnung von Qualitätsindikatoren entsprechend berücksichtigt werden können. Ausführliche Informationen finden Sie in einem Informationsschreiben des IQTIG

2. Verwendung der Sekundärcodes U69.0-! „Anderenorts klassifizierte, im Krankenhaus erworbene Pneumonie“:

Während eines Krankenhausaufenthalts (nosokomial) erworbene Pneumonien werden aus dem Verfahren mittels folgender sekundärer Schlüsselnummern über den QS-Filter ausgeschlossen: U69.01!, U69.02! und U69.03! Unter einer im Krankenhaus erworbenen Pneumonie versteht man eine Pneumonie, deren Symptome und Befunde die KISS-Definitionen (Definitionen nosokomialer Infektionen für die Surveillance im Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System) erfüllen. Mit dem in den ICD-Kodes verwendeten Begriff der „zurückliegenden Hospitalisierung“ ist ausschließlich ein Krankenhausaufenthalt im engeren Sinne, also kein Aufenthalt in etwa in einer Rehaeinrichtung oder in einem Pflegeheim gemeint. Da gemäß der S3-Leitlinie Pneumonien frühestens nach 48 Stunden nach Krankenhausaufnahme als nosokomial definiert werden, sind teilstationäre Aufenthalte ausgeschlossen.

Bundesauswertungen/Indikatorenbeschreibungen

Auf der Homepage des IQTIG finden Sie die aktuellen Bundesauswertung für alle bundesweiten Krankenhäuser und eine ausführliche Indikatorenbeschreibung.

Ansprechpartnerin

Jana Held, MPH 
Telefon: 089 211590-25
E-Mail: Pneumonie@baq-bayern.de

Datenerhebung 2020