ICD-Implantation (09/4)

Überblick

Qualitätsmerkmale einer ICD-Implantation, die im Qualitätssicherungsverfahren 09/4 erfasst werden, beziehen sich u. a. auf die Beachtung von Leitlinienempfehlungen (Indikationsstellung sowie Systemwahl) und die Dauer des Eingriffs. Die Grundlage zur Beurteilung der Indikation bildet seit dem Erfassungsjahr 2017 die Leitlinie zum Management ventrikulärer Arrhythmien und zur Prävention des plötzlichen Herztodes, die 2015 von der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) herausgegeben wurde (Leitlinie, Kommentar zur Leitlinie).
Weitere wichtige Merkmale sind die Strahlenbelastung des Patienten sowie die Erreichung akzeptabler Werte bei notwendigen intraoperativen Messungen (Bestimmungen des elektrischen Impulses). Darüber hinaus werden Komplikationen im zeitlichen Umfeld des Eingriffs und die risikoadjustierte Sterblichkeitsrate erfasst.

Bitte beachten Sie, dass im Verfahren 09/4 auch Systemupgrades von Herzschrittmachern auf Defibrillator-Systeme dokumentiert werden.

Der „Qualitätsindex zu akzeptablen Reizschwellen und Signalamplituden bei intraoperativen Messungen“ fasst die Ergebnisse von intraoperativen Funktionsmessungen über zwei Verfahren hinweg zusammen. Der Qualitätsindex wird zwar im Teilbereich Implantation (09/4) ausgewiesen, gilt aber auch für den Teilbereich Revision/Systemwechsel/Explantation (09/6).

Im QS-Verfahren Implantierbare Defibrillatoren gibt es derzeit noch keine Follow-up Indikatoren.

Aktuelle Hinweise

Wie im QS-Verfahren Herzschrittmacherversorgung wurde der bisherige Indikator zum Dosis-Flächen-Produkt auch im Verfahren Implantierbare Defibrillatoren aufgrund mehrerer Änderungen zum Erfassungsjahr 2018 durch einen neuen risikoadjustieren Indikator ersetzt. Es erfolgt nun eine Adjustierung für den Body-Mass-Index des Patienten und es kommen systemspezifische (Einkammer-, Zweikammer-, CRT-System) Schwellenwerte zur Anwendung.

Analog zum QS-Verfahren Herzschrittmacherversorgung wurden zum Erfassungsjahr 2018 die bisherigen Indikatoren zu chirurgischen Komplikation im QS-Verfahren Implantierbare Defibrillatoren jeweils durch den neuen Indikator „Nicht sondenbedingte Komplikationen“ ersetzt. Dadurch werden nun auch Fälle kardiopulmonaler Reanimation während der Operation und sonstige interventionspflichtige Komplikationen berücksichtigt.

Zur Dokumentation im Leistungsbereich Implantierbare Defibrillatoren – Implantation (09/4) hat das IQTIG bezüglich des Datenfeldes „medikamentöse Herzinsuffizienztherapie (zum Zeitpunkt der Diagnosestellung)“ ein Informationsschreiben bereitgestellt. Entgegen der Formulierung des Datenfeldtitels soll hier erfasst werden, ob zum Zeitpunkt der Indikationsstellung der Defibrillator-Implantation eine optimierte medikamentöse Herzinsuffizienztherapie besteht und, wenn dies zutrifft, ob diese seit weniger als 3 Monaten oder bereits seit 3 Monaten oder länger durchgeführt wird

Bundesauswertungen/Indikatorbeschreibungen mit Rechenregeln

Auf der Homepage des IQTIG ist die aktuelle Bundesauswertung und eine ausführliche Indikatorenbeschreibung zu finden.

 Zur Dokumentation im Leistungsbereich Implantierbare Defibrillatoren – Implantation (9/4) hat das IQTIG bezüglich des Datenfeldes „medikamentöse Herzinsuffizienztherapie (zum Zeitpunkt der Diagnosestellung)“ ein Informationsschreiben bereitgestellt.

Dateien

Ansprechpartnerin

Tanja Grath, MPH 
Telefon: 089 211590-23
E-Mail: Kardiologie@baq-bayern.de

Datenerhebung 2020