Herzschrittmacher- bzw. CRT-P-Implantation (09/1)

Überblick

Die Qualitätsindikatoren im Auswertungsmodul Herzschrittmacher-Implantation (09/1) fokussieren u. a. auf die Beachtung von Leitlinienempfehlungen und die Dauer des Eingriffs. Weitere wichtige Punkte sind die Strahlenbelastung des Patienten sowie die Erreichung akzeptabler Werte bei notwendigen intraoperativen Messungen (Bestimmungen des elektrischen Impulses). Darüber hinaus werden Komplikationen im zeitlichen Umfeld des Eingriffs und die risikoadjustierte Sterblichkeitsrate erfasst.

Der „Qualitätsindex zu akzeptablen Reizschwellen und Signalamplituden bei intraoperativen Messungen“ fasst die Ergebnisse von intraoperativen Funktionsmessungen über zwei Module hinweg zusammen. Der Qualitätsindex wird zwar im Teilbereich Herzschrittmacher-Implantation (09/1) ausgewiesen, gilt aber auch für den Teilbereich Revision/Systemwechsel/Explantation (09/3).

Seit 2015 werden zudem Daten erhoben, die eine Verknüpfung der QS-Daten wiederholter stationärer Aufenthalte (im Zusammenhang mit dem Herzschrittmacher bzw. CRT-P System) eines Patienten ermöglichen. Durch dieses Follow-up können auch Komplikationen erfasst werden, die erst nach Verlassen des Krankenhauses auftreten. Die Follow-up-Indikatoren, für die Daten verschiedener Eingriffsarten (Implantation, Aggregatwechsel, Revision/Systemwechsel/Explantation) ausgewertet werden, sind dem Auswertungsmodul Herzschrittmacher-Implantation zugeordnet.
Bitte beachten Sie, dass im Modul 09/1 nicht ausschließlich Implantationen dokumentiert werden. Auch Systemumstellungen von Defibrillator auf Herzschrittmacher sowie von Herzschrittmacher-Systemen (Ein- oder Zweikammersysteme) auf CRT-P sind im Modul 09/1 dokumentationspflichtig, sodass auch in diesen Fällen auf leitlinienkonforme Indikation und leitlinienkonforme Systemwahl geprüft werden kann.

Aktuelle Hinweise:

Der Qualitätsindikator "Leitlinienkonforme Indikation" wird zum Erfassungsjahr 2018 durch den bisherigen Indikator „Leitlinienkonforme Indikation bei bradykarden Herzrhythmusstörungen“ ersetzt. Grund hierfür ist, dass der Indikator neben Bradykardien nun auch die kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) als führende Indikation zur Schrittmacher-Implantation berücksichtigt. Weiterhin wird im Qualitätsindikator „Leitliniekonforme Indikation“ in persistierende und intermittierende Bradykardien unterteilt sowie die notwendige Diagnostik bei den unterschiedlichen Bradykardie-Formen betrachtet. Darüber hinaus berücksichtigt der Indikator seit dem Erfassungsjahr 2018 auch die kardiale Resynchronisationstherapie (CRT). Bitte stellen Sie sicher, dass die Leitlinie für die Indikation zur Herzschrittmacher- bzw. CRT-P Implantation eingehalten wird.

Auch der bisherige Indikator zum Dosis-Flächen-Produkt wurde aufgrund mehrerer Änderungen durch einen neuen risikoadjustieren Indikator ersetzt. Das Risiko für ein erhöhtes Dosis-Flächen-Produkt wird nun für den Body-Mass-Index des Patienten adjustiert und es kommen systemspezifische (Einkammer, Zweikammer, CRT-P) Schwellenwerte zur Anwendung.

Die bisherigen Indikatoren zu chirurgischen Komplikation, wurden im QS-Verfahren Herzschrittmacherversorgung jeweils durch den neuen Indikator „Nicht sondenbedingte Komplikationen“ ersetzt. Dadurch werden nun auch Fälle kardiopulmonaler Reanimation während der Operation und sonstige interventionspflichtige Komplikationen berücksichtigt.

Bundesauswertungen/Indikatorbeschreibungen mit Rechenregeln

Auf der Homepage des IQTIG ist die aktuelle Bundesauswertung und eine ausführliche Indikatorenbeschreibung zu finden.

Ansprechpartnerin

Tanja Grath, MPH 
Telefon: 089 211590-23
E-Mail: Kardiologie@baq-bayern.de

Datenerhebung 2020