Nosokomiale Infektionen: Postoperative Wundinfektionen (QS-WI)

Überblick

Zum 01.01.2017 ist das sektorenübergreifende Verfahren in Kraft getreten. Das Verfahren misst, vergleicht und bewertet fachgebietsübergreifend die Qualität der Maßnahmen ambulanter und stationärer Leistungserbringer/innen zur Vermeidung postoperativer Wundinfektionen (WI). Ziel ist die Reduktion nosokomialer postoperativer Wundinfektionen, die Verbesserung des Hygiene- und Infektionsmanagements und die Vermeidung nosokomialer Infektionen. Das Qualitätssicherungsverfahren ist Bestandteil der Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung – DeQS-RL.

Einbezogen werden stationäre sowie ambulante Operationen aus den Leistungsbereichen: Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Gefäßchirurgie, Viszeralchirurgie, Herzchirurgie, Orthopädie/Unfallchirurgie, Plastische Chirurgie, Urologie.

Die Datenerhebung basiert auf der fallbezogenen QS-Dokumentation der stationären Einrichtungen, den Sozialdaten der Krankenkassen und einer jährlichen Einrichtungsbefragung stationärer und ambulanter Einrichtungen. Die Einrichtungsbefragung enthält Informationen zum Händedesinfektionsmittelverbrauch, Sterilgutaufbereitung, Antibiotikaeinsatz usw. Die Einrichtungsbefragung erfolgt einmal jährlich bis zum 28. Februar des auf das Erfassungsjahr folgenden Jahres.

Die Datenübermittlung der fallbezogenen QS-Dokumentation erfolgt entsprechend den Vorgaben der DeQS-Richtlinie an die zuständige Datenannahmestelle (DAS). In Bayern ist die BAQ die Datenannahmestelle.

Merkblatt zur qualifizierten Patienteninformation

Für dieses Qualitätssicherungsverfahren werden nach §299 SGB V Daten erhoben und verarbeitet. Zur Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen ist eine qualifizierte Information der betroffenen Patientinnen und Patienten gefordert.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat ein "Merkblatt zur qualifizierten Patienteninformation" veröffentlicht. Patientinnen und Patienten werden darüber informiert, dass in diesem Verfahren unter Beachtung strengster Datenschutz- und Datensicherheitsmaßnahmen zu mehreren Zeitpunkten Behandlungsdaten erhoben, zusammengeführt und ausgewertet werden. Den Patientinnen und Patienten ist das Informationsblatt des G-BA auszuhändigen.

Aktuelle Hinweise

Mit G-BA Beschluss vom 17.12.2020 wurden für das Verfahren QS-WI die einrichtungs- und fallbezogene QS-Dokumentation ausgesetzt. Konkret betrifft dies die folgenden Datenlieferungen:

- einrichtungsbezogene QS-Dokumentation (NWIEA/NWIES) für das Erfassungsjahr 2020 (Datenlieferung zum 28.02.2021 entfällt somit)

- fallbezogene QS-Dokumentation (NWIF) für das Erfassungsjahr 2021

Die befristete Aussetzung der QS-Dokumentation ist nicht mit einer Aussetzung des Verfahrens gleichzusetzen. Die Jahresauswertungen der Qualitätsindikatoren zur Wundinfektionsrate (fallbezogene QS-Dokumentation) werden gemäß der Richtlinie weiterhin voraussichtlich zum 30.06.2021 erstellt, woraufhin bei rechnerischer Auffälligkeit ein Stellungnahmeverfahren eingeleitet werden kann.

Das IQTIG hat im Rahmen des QS-Verfahrens Wundinfektion den Krankenhäusern Informationen zu schweren nosokomialen Infektionen (A2 oder A3) auf Fallebene zur Verfügung gestellt (ATR-Listen), die in Folge bestimmter Operationen (Tracer-OPs) im eigenen Haus innerhalb eines definierten Nachbeobachtungszeitraumes aufgetreten sind. Die ATR-Listen hat die BAQ den bayerischen Krankenhäusern im Onlinebereich zur Verfügung gestellt.

Auf der Homepage des IQTIG finden Sie alle Informationen zu diesem QS-Verfahren.

Dateien

Ansprechpartnerin

Jana Held, MPH 
Telefon: 089 211590-25
E-Mail: qs-wi@baq-bayern.de

Datenerhebung 2021