08. April 2021

BAQ Infomail 10/2021 vom 08.04.2021

Fallzahlbescheinigung 2020 und unverschuldete Unterdokumentation der Verfahren der QSKH-RL

Ab sofort sind die Fallzahlbescheinigungen 2020 für die bayerischen Krankenhäuser im Onlinebereich der BAQ abrufbar.

Bei Dokumentationsraten von unter 100 Prozent kann eine Sanktionierung der nicht dokumentierten aber dokumentationspflichtigen Fälle für das Erfassungsjahr 2020 erfolgen, es sei denn, das Krankenhaus weist nach, dass die Unterschreitung unverschuldet ist.
Die hierfür notwendige Begründung für das Unverschulden muss von der BAQ eingeschätzt werden. Hierzu übermittelt das Krankenhaus seine Begründung (als pdf-Dokument) für das Erhebungsjahr 2020 spätestens bis zum 31. Mai 2021 an mail@baq-bayern.de.

Die Begründung muss unter Angabe von Institutionskennzeichen, Standort und Leistungsbereich an die BAQ gesendet werden. Um die Einschätzung adäquat vornehmen zu können, sind eine ausführliche Schilderung der Sachlage und ggf. aufschlussreiche Dokumente mit einzusenden. Die Begründung und die von der BAQ vorgenommene Einschätzung sind zusammen in den Budgetverhandlungen vorzulegen.

Für das Landesverfahren Schlaganfall (85/1) erfolgt keine Sanktionierung. Demzufolge ist auch keine Stellungnahme für die Unterdokumentation abzugeben.

Das Vorgehen der unverschuldeten Unterdokumentation ist im § 24 der QSKH-Richtlinie geregelt.

Nachtrag/Ergänzung:
Pandemie-bedingt gilt für das Erfassungsjahr 2020 gemäß § 25 der QSKH-Richtlinie eine Unterdokumentation als unverschuldet, wenn als Folge der COVID-19-Pandemie

- kurzfristige nothilfe-, krankheits- oder quarantänebedingte Personalausfälle oder
- starke Erhöhungen der Patientenzahlen, die in ihrem Ausmaß über das übliche Maß hinausgehen und einen flexiblen Personaleinsatz erforderten,

die Möglichkeiten des Krankenhauses zur Dokumentation der Datensätze für die Qualitätssicherung beeinträchtigt haben. In diesem Fall ist das Verfahren zur Einschätzung der unverschuldeten Unterdokumentation nach § 24 Absatz 2 QSKH-RL ausgesetzt. Das Unverschulden bei Unterschreitung der geforderten Dokumentationsrate von 100% ist dann im Rahmen der Pflegesatzverhandlungen zu klären.