Glossar

ADSR

ADSR

Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schlaganfall Register:
Zusammenschluss von 10 Registern zu einem gemeinsamen Qualitätssicherungsprojekt zur Akutbehandlung von Schlaganfallpatienten. Homepage der ADSR
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Ambulant erworbene Pneumonie

Ambulant erworbene Pneumonie

Die ambulant erworbene Pneumonie (community acquired pneumonia =CAP) wird definiert als akute mikrobielle Infektion des Lungenparenchyms und angrenzender Organe, die im privaten oder beruflichen Umfeld „zu Hause“ erworben wurde. Davon abgegrenzt wird eine im Krankenhaus erworbene (nosokomiale) Pneumonie, zu der auch Patienten zählen, die innerhalb von vier Wochen nach stationärer Entlassung eine Lungenentzündung entwickeln. Als Haupterreger der CAP wurde der Streptococcus pneumoniae identifiziert.
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CRB-65 Risiko-Score

CRB-65 Risiko-Score

Der CRB-65-Index stellt ein einfach anwendbares und in Studien gut untersuchtes Instrument zur Schweregradbestimmung der ambulant erworbenen Pneumonien dar und besteht aus den vier klinischen Variablen Verwirrtheit (confusion), Atemfrequenz (respiratory rate), Blutdruck (blood pressure) und Alter (= 65 Jahre). Je mehr Kriterien bei einem Patienten vorliegen, desto höher ist sein Letalitätsrisiko.
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CRP

CRP

Das C-reaktive Protein (CRP) zählt zu den Akute-Phase-Proteinen, deren Blutkonzentrationen im Rahmen entzündlicher (infektiöser und nichtinfektiöser) Erkrankungen ansteigen. Als unspezifischer Entzündungsparameter wird er unter anderem zur Beurteilung des Schweregrades sowie zur Verlaufskontrolle entzündlicher Erkrankungen herangezogen.
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Datenvalidierung

Datenvalidierung

Die Datenvalidierung ist die Prüfung der vom Krankenhaus dokumentierten Qualitätssicherungsdaten auf Korrektheit, Vollständigkeit und Vollzähligkeit.

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Dokumentationsrate

Dokumentationsrate

Die Dokumentationsrate gibt an, wie viele dokumentationspflichtige Fälle dokumentiert und fehlerfrei an die Landesgeschäftsstelle übermittelt wurden. Grundlage der Berechnung ist die vom Krankenhaus genannte SOLL-Fallzahl (basiert auf Abrechnungsdaten) und die IST-Fallzahl (basiert auf Qualitätssicherungsdaten) der tatsächlich an die Landesgeschäftsstelle übermittelten Fälle.

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Funnel Plot

Funnel Plot

Streudiagramm in dem die Klinikergebnisse eines Indikators in Abhängigkeit von der Fallzahl (in der Regel Eingriffsfrequenz) abgebildet werden. Die mit zunehmender Fallzahl sinkende statistische Streuung um den Referenzwert bildet einen sich nach rechts hin verkleinernden Trichter (funnel). Klinikwerte außerhalb des Trichters stellen signifikante Abweichungen vom Referenzwert dar. Funnel plots erlauben zum einen die rasche Beurteilung der Einhaltung von bundesweiten Zielvorgaben zum anderen ob Zusammenhänge zwischen Ergebnis und Klinikgröße vorliegen.

FunnelPlott

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Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

Der Gemein­same Bundes­aus­schuss (G-BA) ist das oberste Beschluss­g­re­mium der gemein­samen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahn­ärzte, Psycho­the­ra­peuten, Kran­ken­häuser und Kran­ken­kassen in Deut­sch­land. Er bestimmt in Form von Richt­li­nien den Leis­tungs­ka­talog der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung und legt damit fest, welche Leis­tungen der medi­zi­ni­schen Versor­gung von der GKV erstattet werden. Darüber hinaus besch­ließt der G-BA Maßnahmen der Quali­täts­si­che­rung für den ambu­lanten und statio­nären Bereich des Gesundheitswesens.
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Qualitätsbericht

Qualitätsbericht

Qualitätsberichte dokumentieren die Struktur und die Behandlungsergebnisse eines Krankenhauses. Sie sollen die Arbeit der Krankenhäuser transparent machen und vor allem Patientinnen und Patienten bei der Suche nach einer passenden Klinik helfen. Alle Krankenhäuser, die gesetzlich krankenversicherte Patientinnen und Patienten behandeln, müssen seit 2005 Qualitätsberichte veröffentlichen. Seit 2014 ist eine jährliche Veröffentlichung der Qualitätsberichte vorgeschrieben.

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Risikostratifizierung

Risikostratifizierung

Der Begriff Stratifikation (auch Risikostratifikation oder Risikostratifizierung) bezeichnet das Abschätzen des Risikos, mit dem eine Erkrankung fortschreitet, zu Komplikationen oder zum Tod führt. Dazu werden in diesem Zusammenhang stehende Risikofaktoren erhoben, um ein individuelles Risikoprofil für einen Patienten zu erstellen.
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Sollstatistik / Soll-Fallzahlen

Sollstatistik / Soll-Fallzahlen

Die Sollstatistik zählt am Ende des Erhebungsjahres die laut den Vorgaben der Spezifikation dokumentationspflichtigen Fälle je Leistungsbereich.
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Spezifikation

Spezifikation

Beschreibt die bundeseinheitlichen Vorgaben zu den dokumentationspflichtigen Fällen, den zu dokumentierenden Daten und deren Plausibilitätsprüfungen sowie die technische Umsetzung der Datenübermittlung.

  • Welche Fälle sind dokumentationspflichtig?
  • Was wird dokumentiert?
  • Wie werden die dokumentierten Daten übermittelt?
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Standardisierte Ereignisratio (SER)

Standardisierte Ereignisratio (SER)

Die standardisierte Ereignisratio (SER) ist das Verhältnis zwischen Anzahl beobachteter zu Anzahl (nach Risikoadjustierung) erwarteter Fälle. Die SER variiert zwischen 0 und unendlich.

  • Eine SER von 1,00 bedeutet, dass die beobachtete Klinikrate der unter Berücksichtigung der patientenspezifischen Risikofaktoren erwarteten Rate entspricht.
  • Eine SER von 1,50 bedeutet, dass der Klinikwert um 50% höher als erwartet ist.
  • Eine SER von 3,00 bedeutet, dass der Klinikwert dreimal so hoch wie erwartet ist.
  • Eine SER von 0,75 bedeutet, dass der Klinikwert 25% unter dem Erwartungswert liegt.

Um die beobachtete Anzahl wird – unter Annahme einer statistischen Poissonverteilung, die ebenfalls zwischen 0 und unendlich variiert, ein Konfidenzintervall berechnet. Division durch die klinikspezifische erwartete Anzahl ergibt die Konfidenzintervallgrenzen für die SER.

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Stroke Units

Stroke Units

Abteilung in einer Klinik, die sich auf die Behandlung von Schlaganfallpatienten spezialisiert hat.

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Strukturierter Dialog

Strukturierter Dialog

Dialog / Austausch zwischen dem Krankenhaus und der auswertenden Geschäftsstelle zu den Ergebnissen der Qualitätssicherung. Ziel des Strukturierten Dialoges ist die Analyse und Bewertung von rechnerisch auffälligen Ergebnissen der Qualitätsindikatoren.
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Vertrauensbereich (Konfidenzintervall)

Vertrauensbereich (Konfidenzintervall)

Der Vertrauensbereich um einen Ergebniswert beschreibt einen Bereich (Unter- und Obergrenze) in dem sich der wahre Ergebniswert mit hoher Wahrscheinlichkeit (in der Regel 95%) befindet. Hierbei wird angenommen, dass der beobachtete Wert eine Stichprobe darstellt. Die Größe des Vertrauensbereiches hängt von der Fallzahl und der Sicherheitswahrscheinlichkeit ab. Bei großen Stichproben (Klinken mit hohen Behandlungszahlen) ist das Konfidenzintervall klein und daher ist die Schätzung genauer als bei kleinen Stichproben.

Beispiel 1:
In einem von 43 Fällen ist im Krankenhaus A eine Wundinfektion dokumentiert. Die errechnete Rate ist 2,33%. Der Vertrauensbereich um diese Rate erstreckt sich von 0,41% bis 12,06%.

Beispiel 2:
In zwei von 1.299 Fällen ist im Krankenhaus B eine Wundinfektion dokumentiert. Es errechnet sich ein Vertrauensbereich von 0,04% bis 0,56% um die errechnete Rate von 0,15%.

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